Cattolica > Touren > Malatestianische
Besichtigungstouren in Rimini
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Santa Maria Kirche von Scolca (San Fortunato) in Covignano
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Kunst
im Untergang einer großen Stadtherrschaft
Ehrgeiz und Anmaßung veranlaßten Sigismondo
zu einer ganzen Reihe von falschen politischen Einschätzungen
und Entscheidungen, die oft als Betrug interpretiert wurden und
die die Kontraste mit seinem gewitzten Rivalen Federico da Montefeltro
sowie die Feindseligkeit von Pio II. verstärkte; Pio II. beabsichtigte,
den direkten Besitz des malatestianischen Bodens wiederzuerlangen.
Daher kam es 1461 zu einem Kirchenbann für den Stadtherrn von
Rimini, dem recht bald (1463) eine unvermeidliche, totale Niederlage
durch die päpstlichen Truppen folgte, die von Federico da Montefeltro
angeführt wurden. Sigismondo blieb gerade noch die Stadtherrschaft
ohne Territorium, was für ihn die absolute Notwendigkeit mitsichbrachte,
sich bei irgendjemandem als einfacher Söldnerhauptmann anstellen
zu lassen. Die Venetianer warben ihn für 300 Florin im Monat
an, um gegen die Türken in Morea zu kämpfen, wo er sich
von 1464 bis 1465 aufhielt. Er kehrte völlig entkräftet
zurück und bekam vom neuen Papst einen Vorschlag für den
Tausch des Vikariatsgebiets: Spoleto für Rimini. Sigismondo
war bis aufs Letzte entmutigt und starb 1468, einen Teil seiner
zurückgebliebenen Güter der Weiterführung der Arbeiten
am Tempio Malatestiano widmend. Wahrscheinlich war das letzte, von
ihm in Auftrag gegebene Werk, nach seiner Rückkehr aus Morea,
eine “Pietà” von Giovanni Bellini, das möglicherweise
erst nach seinem Tode fertiggestellt und an seinen ersten Berater,
Rainiero Meliorati abgeliefert wurde.
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Pietà (ca. 1465), Tafel von Giovanni Bellini, im Stadtmuseum
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Von Meliorati wurde es den Franziskanern vererbt;
heute wird es im Museo della Città aufbewahrt und ist dessen
kostbarstes Stück. Es handelt sich hierbei um ein Werk von
großer Malkunst und höchster Poesie, aufgrund der Raffinesse,
mit der die hellen Figuren auf die schwarze Grundfarbe aufgetragen
sind; Figuren, die von einer weichen und doch schneidenden Linie
beschrieben und von einem ruhigen, sanften Licht inmitten einer
warmen, zarten Farbe modelliert werden. Im zurückgebliebenen
Körper Christis scheint das Geheimnis des Todes verborgen zu
sein; in den Engelskindern, die ihn stützen, das Geheimnis
des Lebens. Ein Gefühl von starker, tiefgehender Ergriffenheit
befindet sich in diesem Bild, mit der Lobpreisung einer Göttlichkeit
und menschlichen Schönheit, die nicht einmal Schmerz und Tod
auslöschen können. Im Museo della Città werden
noch verschiedene andere Zeugnisse aus der malatestianischen Epoche
ausgestellt, wie z.B. Keramik aus dem 14. Jahrhundert und eine Reihe
von wunderschönen Münzen (zur Zeit nicht ausgestellt),
die von Matteo de’ Pasti gegen Mitte des 15. Jahrhunderts
für Sigismondo und für Isotta geprägt wurden. Aber
vor allem sehenswert ist ein schönes Altarbild aus der zerstörten
Kirche von San Domenico, in Auftrag gegeben an Domenico Ghirlandaio
von Sigismondos Enkelsohn, Pandolfo IV. Malatesta, Pandolfaccio
genannt, der letzter Stadtherr von Rimini war.
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| Altarbild
von Ghirlandaio (1494) mit Portraits der letzten Malatesta,
im Stadtmuseum |
Es stellt die Heiligen Vincenzo Ferreri, Sebastiano
und Rocco, mit der gesamten malatestianischen Familie zu ihren Füßen
knieend, dar (d.h. Pandolfo IV. mit Ehefrau Violante Bentivoglio,
Mutter Elisabetta Aldobrandini und Sohn Carlo). Es scheint sich
um eine Weihegabe aufgrund der Verschonung vor der Pest zu handeln.
Es wurde 1493 in Auftrag gegeben, also kurz vor dem Tode Ghirlandaios
(1494) und daher von seinem Bruder Davide mit der Hilfe von fra’
Bartolomeo (Bruder Bartolomeo) für die Portraits fertiggestellt.
Die Portraits gefielen den Auftraggebern jedoch nicht und wurden
entfernt; sie sind durch eine Restaurierung in Jahre 1923 wieder
sichtbar geworden. Dieses Altarbild ist die letzte Mäzenatentat
der malatestianischen Herrschaft, die definitiv zum Ausklang gekommen
war. 1498 befahlen die angesehenen Bürger von Rimini eine Verschwörung
gegen Pandolfo IV.; die Verschwörung schlug fehl und wurde
durch eine Reihe von wilden Racheakten beendet. Aber schon bald
wurde der junge, verhaßte Stadtherr durch die Drohungen von
Cesare Borgia, Valentino genannt, gezwungen, die Stadt zu verlassen.

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Er kehrte im Jahre 1503 zurück, aber nur,
um den Hof an die Venetianer zu verkaufen, die 1509 wiederum gezwungen
waren, ihn an die Kirche zurückzugeben. Pandolfo versuchte
bis 1528 weiterhin vergeblich, trotz der Feindseligkeit der Einwohner
von Rimini, wieder Stadtherr zu werden. Der Vater von Pandolfo IV.,
-Roberto ‘il magnifico” genannt- muß genauso grausam
wie sein Sohn gewesen sein, aber sicher nicht so unfähig; nach
dem Tode Sigismondos war es ihm innerhalb von kurzer Zeit gelungen,
seine Brüder und Isotta loszuwerden und Rimini im Alleingang
zu regieren, dem er einen Teil Land dank seiner Heirat mit Elisabetta,
Tochter von Federico da Montefeltro (1475), hatte wiederschenken
können. Er war ein großer General und starb frühzeitig
im Jahre 1482, während er unter dem Papst kämpfte, der
ihm ein großes Monument in San Pietro (Hl. Peters Kirche)
in Rom setzte. Von ihm werden im Museo della Città eine Reihe
von Deckentafeln aufbewahrt, die mit Wappen und Siegeln dekoriert
sind und die aus einem seiner Paläste in Rimini stammen. Mit
der Besichtigung der malatestianischen Zeugnisse, die im Museum
gesammelt und aufbewahrt sind, kann man diese kurze malatestianische
Besichtigungstour, die von den Stadtmauern zum mittelalterlichen
Stadtkern mit Palazzi Comunali, Castel Sismondo und Tempio Malatestiano
geführt hat, als beendet betrachten. Wer jedoch einen angenehmen
Spaziergang auf dem Hügel von Covignano, von Rimini aus landeinwärts,
unternehmen will, wo es im 15. Jahrhundert viele Wälder in
malatestianischem Besitz gab, kann noch eine schöne malatestianische
Kirche sehen. Es handelt sich hierbei um die Pfarrkirche San Fortunato,
die von in Stein gehauenen Wappen geschmückt wird, die von
Roberto Malatesta stammen. Ihm verdankt man auch die Erneuerung
der Fassade des Gebäudes im Renaissance-Stil. Das Gebäude
gehörte der großen Olivetanerabtei Santa Maria di Scolca
an, die zu Beginn des Jahrhunderts von Carlo Malatesta in Konstruktion
gegeben worden war und nach den Aufhebungen Napoleons zerstört
wurde, um die Trümmer als Baumaterial zu verkaufen. Von Carlo
Malatesta existiert noch das Wappen in der Mitte der Kassettendecke
des mit Stuck aus dem 17.Jahrhundert verzierten, einfachen und hellen
Schiffs. In dieser Kirche kann man auch Werke bewundem, die nichts
mit den Malatesta zu tun haben, die aber unter den interessantesten
der Stadt sind, wie z.B. ein Bild von Giorgio Vasari aus dem Jahre
1547, das die Anbetung der heiligen 3 Könige darstellt (inderAbsis)
und eine interessante Reihe von Fresken von Girolamo Marchesi da
Cotignola aus dem Jahre 1512 (in der Kapelle der Sakristei). Vor
der Kirche befindet sich ein schöner Platz von Renaissance-Dimensionen,
von dem man das Meer und einen Teil des malatestianischen Territoriums
in Richtung Marken sehen kann, vom Vorgebirge von Gabicce zu den
ersten Schlössern, die die Hügel des Conca-Tals krönen.
Dieser Blick ist fast eine Einladung zur Suche nach Wurzeln und
Zeichen dieser großen und mächtigen Familie, die das
Gebiet 3 Jahrhunderte lang beherrscht hat.
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Malatestianische Krüge aus dem 14. Jahrhundert, im Stadtmuseum
(Verleih der Cassa di Risparmio von Rimini) |

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Tourenauszug
aus : "Malatestianische Besichtigungstouren in Rimini"
- Piergiorgio Pasini - eine Produktion der Provinz von Rimini.
Dem Web angepasst von Feriencattolica.info |
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